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Die künstliche Befruchtung

 
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CelinasMa
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Anmeldungsdatum: 30.07.2006
Beiträge: 288

BeitragVerfasst am: 08.08.2006, 16:28    Titel: Die künstliche Befruchtung Antworten mit Zitat

Die künstliche Befruchtung ist für viele Paare das letzte Mittel, um das ersehnte Wunschkind zu bekommen. Es gibt verschiedene Arten der künstlichen Befruchtung, zusammengefasst werden sie unter dem Begriff "Assistierte Reproduktionstechnologien" (ART), die alle abgeleitet sind aus der klassischen In-vitro- Fertilisation. Je nach Art des Problems - zu wenige Samenzellen, kein Eisprung, etc. - entscheidet der Arzt, welche Methode zum Einsatz kommt.



1. In-vitro-Fertilisation (IVF)

Bei einer IVF-Behandlung sorgt zunächst eine Hormontherapie dafür, dass im Körper der Frau mehrere Eizellen heranreifen. Diese werden anschließend entnommen und in einem Reagenzglas mit männlichen Spermien zusammengebracht. Nach der Befruchtung wird mindestens eine Eizelle in die Gebärmutter eingesetzt. Die IVF ist besonders gut geeignet für Frauen mit beschädigten Eileitern, bei schwerer Endometriose, bei ungeklärter Kinderlosigkeit und für ältere Frauen.



Ablauf einer IVF-Behandlung

1. Hormonbehandlung
Zu Beginn werden die Eierstöcke der Frau durch eine Hormontherapie angeregt. Dies geschieht einige Tage nach Ende der Periodenblutung mit Hilfe von Medikamenten wie Clomifen oder HMG. Damit die körpereigenen Hormone die Behandlung nicht „stören“, wird vor und während der Therapie die eigene Hormonausschüttung gehemmt. Dadurch reifen in einem Zyklus mehrere Eizellen gleichzeitig heran und nicht sonst üblicherweise nur eine. Innerhalb der nächsten Wochen wird die Entwicklung der Eizellen durch Bluttests und Ultraschall genau beobachtet.

2. Entnahme der Eizellen
Zum Termin des Eisprungs werden die Eizellen mittels eines kleinen operativen Eingriffs aus dem Körper der Frau entnommen. Dies geschieht üblicherweise während eines Ultraschalls, dann wird eine Sonde in die Scheide eingeführt, die die herangereiften Follikel schonend absaugt. In seltenen Fällen geschieht die Entnahme auch durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie). Das Laparoskop ist ein ganz dünnes Teleskop, das durch einen kleinen Schnitt in die Bauchhöhle eingeführt wird. Eine Laparoskopie wird üblicherweise unter Vollnarkose durchgeführt.

3. Befruchtung im Reagenzglas

Am Tag der Eizellentnahme gibt auch der Mann seine Samenprobe ab (meist nach mehrtägiger Enthaltsamkeit, um die Konzentration der Spermien im Ejakulat zu erhöhen). Damit sich eins und eins ineinanderfügt, gibt man pro Eizelle etwa 250.000 Spermien in einem Reagenzglas zusammen. Dies erhöht nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung, auch die natürliche Auslese bleibt erhalten, sprich: das fitteste und gesündeste Spermium schafft es bis ans Ziel. Im Brutschrank in einer Nährlösung verbinden sich nun im Idealfall Spermium und Eizelle, eine so genannte Zygote entsteht (Eizelle, die sich mehrfach geteilt hat). Ob eine Befruchtung stattgefunden hat, kann man etwa 20 Stunden später feststellen. Überschüssige Eizellen und Embryonen werden eingefroren und für spätere Versuche aufbewahrt.

4. Embryotransfer
Nach 1 bis 2 Tagen werden zwei bis drei der befruchteten Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt. Gemäß dem in Deutschland geltenden Embryonen-Schutzgesetz dürfen nicht mehr als drei Embryonen eingepflanzt werden. Das Einsetzen der Eizellen erfolgt mit einem dünnen Katheder, dieser Eingriff dauert nur wenige Minuten und ist praktisch schmerzfrei. Nach dem Transfer sollte die Frau ein bis zwei Stunden ruhen. Um eine Einnistung des Embryos zu fördern, wird mit Hilfe einer erneuten Hormongabe dafür gesorgt, dass sich die Gebärmutterschleimhaut optimal aufbaut. Ob die Implantation erfolgreich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen das Alter der Frau, die Qualität der Embryos und die Aufnahmefähigkeit der Gebärmutter. Gewissheit über eine erfolgreiche Einnistung gibt es aber erst 14 Tage nach der Insemination, dann kann ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.
Die Erfolgsquote dieses Verfahrens liegt bei etwa 30 Prozent. Gleichzeitig erhöht sich jedoch die Chance auf eine Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft, falls sich nicht nur eine befruchtete Eizellen weiterentwickelt.



2. Intrazytoplasmatische Spermienindektion (ICSI)

Diese Methode kommt zum Einsatz, wenn der Mann zu wenig Spermien hat oder deren Beweglichkeit eingeschränkt ist. Statt einer natürlichen Vereinigung von Eizelle und Samen wird hier ein Spermium ausgewählt, speziell behandelt und mit einer extrem dünnen Nadel unter dem Mikroskop direkt in die Eizelle injiziert.

Nach dem ersten Versuch einer IVF oder ISCI werden 25% aller Frauen schwanger. Je älter die Patientin, desto mehr Behandlungen werden meistens benötigt. Bei etwa 30 Prozent der Paare klappt es mit keiner Methode.

3. Zygote-Intrafallopian-Transfer (ZIFT)


Hier wird der im Reagenzglas gezeugte Embryo nicht in den Uterus, sondern in den Eileiter eingesetzt. Diese Methode soll sich vorteilhaft auf die Einnistung in der Gebärmutter auswirken, weil die befruchteten Eizellen den „natürlichen“ Weg zur Gebärmutter einschlagen.


4. Gameten-Intrafellopian-Transfer (GIFT)

Die Zusammenfügung von Eizellen und Samenzellen (auch Gameten genannt) erfolgt nicht im Reagenzglas, stattdessen werden Ei und Spermien über ein biegsames Kunststoffrohr (Katheder) durch die Scheide oder eine Bauchspiegelung in den Eileiter gebracht, wo es zu einer natürlichen Befruchtung kommen soll. Die Methode des GIFT ist nur für Frauen geeignet, deren Eileiter gesund sind.


5. MESE und TESE

Es kann vorkommen, dass sich im Ejakulat des Mannes keine Spermien befinden, obwohl diese im Hoden produziert werden (z.B. bei Samenleiterverschlüssen). Durch einen chirurgischen Eingriff werden die Spermien direkt aus den Nebenhoden (MESE) oder dem Hoden (TESE) entnommen. Dieser Eingriff muss nur einmal erfolgen, da die restlichen Spermien eingefroren werden.

Wer deckt die Kosten?
Die Krankenkassen übernehmen anteilig bis zu drei IVF-Behandlungen, allerdings nur bei Frauen unter 40 Jahren. Der Ehepartner darf nicht älter als 50 Jahre alt sein. Die anteilige Kostenübernahme der Krankenkasse liegt bei 50 Prozent. Das heißt, dass Sie als Versicherte die andere Hälfte von 50 Prozent der Kosten übernehmen müssen. Eine ISCI-Behandlung wird nur gezahlt, wenn der Mann nachgewiesen unfruchtbar ist und es ansonsten keine andere Möglichkeit für ihn gibt. In Deutschland sind Behandlungen sowie Kostenerstattung meist nur bei verheirateten Ehepaaren möglich.

Utopie oder nahe Zukunft?
Künstliche Befruchtung – ein Begriff, der immer eng mit dem Bereich Gentechnologie verbunden ist. Große Diskussionen über Sinn und Unsinn, ethische und wirtschaftliche Fragen teilen die Meinungen. Gewiss wird sich auch in den nächsten Jahren einiges tun, z.B. bei der Präimplantationsdiagnostik, auch wenn Deutschland bislang eines der schärfsten Embryonenschutzgesetze hat, die dem Schutz der Menschenwürde Rechnung tragen.

Einen kleinen Vorgeschmack zum Thema „dem Zufall etwas nachhelfen“ bietet das MicroSortSystem – eine Spermiensortiermaschine. Vorgestellt wurde diese neueste, technische Errungenschaft auf einer Tagung der Europäischen Gesellschaft für Reproduktion und Embryologie in Lausanne. Die Maschine kann X-Chromosomen (zeugen Mädchen) von Y-Chromosomen (Jungen) unterscheiden, weil das X-Chromosom größer ist. Allerdings soll die Maschine nicht dafür eingesetzt werden, Paaren den Stammhalter oder die kleine Prinzessin zu garantieren. Sinnvoll ist das Sortieren von Spermien bei manchen Erbkrankheiten, die entweder von Väter auf Söhne oder von Mütter auf Töchter übertragen werden.

Fast schon eine „gesellschaftliche Revolution“ stellt die Entdeckung der australischen Gen-Technikerin Dr. Orly Lachem-Kaplan dar: Frauen können angeblich in Zukunft ganz ohne männlichen Samen schwanger werden! Zumindest bei Mäusen hat dieses Verfahren bisher geklappt. Die Eizelle teilt sich auch unter dem Zutun von einer Körperzelle - männlich oder weiblich (!) – dafür muss in einem komplexen Verfahren ein Satz Chromosomenstränge ausgeschaltet werden, damit es zur Verschmelzung kommt. Dies würde bedeuten, dass künftig auch lesbische Paare genetisch 100 Prozent eigene Nachkommen bekommen können. Und zwar nur Mädchen, weil Frauen keine Y-Chromosomen in sich tragen. Das Ende der Männerwelt? Wohl kaum, schließlich soll das Verfahren vor allem kinderlosen Ehepaaren helfen, bei denen der Mann keine Spermien produziert. Das Ende ungewollter Kinderlosigkeit also? Warten wir es ab.





Quelle: babyclub.de

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