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sternw Treue Seele

Anmeldungsdatum: 28.07.2006 Beiträge: 105
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Verfasst am: 28.07.2006, 17:35 Titel: Dreimonatskoliken |
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Dreimonatskoliken bei Babys
Was sind Dreimonatskoliken?
Der Begriff Dreimonatskoliken beschreibt beim Baby keine konkrete Erkrankung, sondern eher einen Zustand. Babys mit Dreimonatskoliken gedeihen gut, leiden aber an häufigen und manchmal exzessiven Schreiattacken. Das Schreien tritt typischerweise abends auf. Es beginnt in den ersten Lebenswochen und endet im Alter von drei bis fünf Monaten, daher der Name "Dreimonatskoliken". Die Babys schreien im Durchschnitt an mindestens drei Tagen die Woche bis zu drei Stunden. Es betrifft 10 - 20 Prozent aller Babys.
Was sind die Ursachen für Dreimonatskoliken?
Trotz vieler Untersuchungen über insgesamt 40 Jahre ist die Ursache weiterhin unklar. Sowohl die Ärzte wie auch die verzweifelten Eltern suchen nach Erklärungsmöglichkeiten. Im Moment geht man davon aus, dass es sich bei einem kleinen Prozentsatz aller betroffenen Kinder um eine Verdauungsstörung und bei den restlichen Kindern um eine Kombination von verschiedenen Ursachen handelt. Hier spielen das eigene Temperament des Kindes, eine noch nicht ausreichend ausgebildete Schlaf-Wach-Regulation und auch die Reaktion der Eltern auf die Schreiphasen eine Rolle. Bei manchen Kindern bedeutet es auch einfach das extreme Ende des alterstypisch normalen Schreiens.
Die ersten 3 Lebensmonate sind für das Kind und die Eltern eine schwierige Phase. Das Neugeborene muss sich anpassen und viel Neues erlernen. Das Schreien ist in dieser Zeit eines der wenigen Mittel zur Kommunikation. Die Kinder schreien, wenn sie Hunger haben, sie Zuwendung brauchen, die Windel voll ist, es ihnen zu kalt oder zu warm ist, sie sich unwohl fühlen, es ihnen zu dunkel oder zu hell ist oder es ihnen zu laut wird. Es gibt viele Ursachen, die ein Schreien auslösen. Beginnt das Kind erst einmal heftig zu schreien, ist es kaum noch möglich die Ursache zu erkunden. Aber das Schreien ist notwendig, um die Aufmerksamkeit der betreuenden Person auf sich zu ziehen.
Das Kind muss viele neue Sinneseindrücke verarbeiten. Die Ausfahrt mit dem Kinderwagen mit vielen unbekannten Geräuschen, vielleicht eine Fahrt mit dem Bus oder der U-Bahn zum Kinderarzt. Die Besucher, die das Neugeborene bewundern wollen, bieten neue Gerüche und Stimmen. Gerade sensible Kinder werden überdreht und drücken dies am Ende des Tages mit heftigem Schreien aus.
In diesen ersten Monaten entwickeln sich der Verdauungstrakt und die anderen Organe des Babys weiter. 80 Prozent aller Neugeborenen haben Blähungen mit lauten Darmgeräuschen, gewölbtem Bauch und Abgang von Winden. Die meisten Babys sind davon wenig beeinträchtigt. Manche reagieren mit Schreiphasen nach der Mahlzeit und bei ungefähr jedem 10. Kind äußert sich dies in Form der Dreimonatskoliken. In seltenen Fällen kann dies Ausdruck einer Kuhmilcheiweißallergie sein, selbst wenn die Kinder gestillt werden, oder einer anderen Erkrankung des Darmes. Eine weitere Ursache kann ein vermehrter Luft- oder Gasgehalt im Darm des Kindes sein. Trinken Babys sehr hastig oder ist das Saugerloch der Flasche zu groß, dann verschlucken sie übermäßig viel Luft. Stößt das Baby zuwenig oder gar keine Luft nach der Mahlzeit auf, gelangt diese weiter in den Darm und kann die Koliken auslösen. Eine noch unzureichende Enzymaktivität im Darm zur Verdauung des Milchzuckers (Lactose) bewirkt ebenfalls eine vermehrte Gasbildung im Dickdarm des Säuglings.
Im Durchschnitt schreit jedes Neugeborene ungefähr 1,5 Stunden täglich. Im Alter von 2 Monaten dann bis zu 2,5 Stunden jeden Tag. Ab dem Alter von 3 Monaten schreien die Babys ungefähr eine Stunde täglich.
Für die Eltern sind die ersten Monate ebenfalls schwierig. Sie müssen sich erst an ihr Kind gewöhnen. Bei dem ersten Kind ist die Umstellung eines Lebens zu zweit oder alleine auf einen zusätzlichen Hausbewohner, der seine volle Aufmerksamkeit fordert, nicht einfach. Hat die Mutter zuvor voll im Berufsleben gestanden, so ändert sich ihr Leben nun abrupt. Manche Idealvorstellungen von dem neugeborenen Kind, erfüllen sich nicht, wenn das Kind zuhause häufig schreit.
Die Babypflege muss erst erlernt werden. Wird die Mutter oder der Vater dabei nervös und unsicher, kann sich das auf das Kind übertragen. Die tägliche Routine spielt sich erst über die ersten Monaten ein. Das "Aufeinandereinspielen" braucht mindestens 3 bis 5 Monate. Also genau die sensible Zeit, in der die Dreimonatskoliken auftreten.
Alle diese Punkte verdeutlichen, dass mehrere Probleme auf einmal das Kind bedrücken können. Das Kind jedoch kann in den ersten 3 bis 5 Lebensmonaten nur mit Schreien reagieren. So können sich, zum Beispiel, aus einem normalen "Bauchproblem" mit Blähungen bei einem sensiblem oder auch temperamentvollem Kind kolikartige Schreiattacken entwickeln.
Was sind die Anzeichen für Dreimonatskoliken?
Es sind gut gedeihende und gesund aussehende Babys betroffen.
Sie treten nur in den ersten 3 bis 5 Lebensmonaten auf.
Das Schreien ist oftmals schrill und kaum zu unterbrechen.
Die Kinder haben dabei häufige Blähungen mit vorgewölbtem Bauch und Abgang von Winden. Sie ziehen immer wieder die Beine an und ballen die Fäuste.
Die Attacken können zu jeder Tages- oder Nachtzeit auftreten. Gehäuft kommen sie in den späteren Nachmittag- und Abendstunden vor.
Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Ihr Arzt befragt Sie zunächst über die Art und Weise des Schreien. Er stellt Ihnen Fragen zur Häufigkeit, Dauer, Tageszeit und Bezug zu den Mahlzeiten. Ebenso welche Maßnahmen Sie ergreifen, um Ihr Baby zu beruhigen. Der Arzt informiert sich über die Essgewohnheiten, die Nahrung und den Stuhlgang des Kindes. Eine Untersuchung zeigt, ob Ihr Baby an Verstopfung leidet oder an einer anderen Erkrankung, wie Mittelohrentzündung oder Harnwegsinfektion.
Bestehen bei Ihrem Kind Hinweise auf eine andere Erkrankung des Darmes, wird Ihr Arzt weitere Untersuchungen vornehmen wie eine Ultraschalluntersuchung, eine Blut- oder Stuhluntersuchung.
Wie werden Dreimonatskoliken behandelt?
Da unterschiedliche Faktoren die Koliken auslösen können, gibt es keine konkrete Therapie, die allen Kindern hilft. Sie müssen hingegen die für Ihr Kind individuelle Behandlung herausfinden. Einige Tipps können Ihnen und Ihrem Baby die Zeit der Dreimonatskoliken erleichtern: Normale Trinkmengen, sorgfältiges Aufstoßenlassen, die richtige Fütterungstechnik helfen bei vielen Babies die Beschwerden zu lindern. Stillende Mütter sollten auf blähende Nahrungsmittel wie Zwiebeln oder Kohlgemüse verzichten und möglichst wenig Kuhmilch trinken. Oft helfen den geplagten Kleinen auch entblähende Tropfen. Bei Problemen sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Kinderarzt sprechen. In schweren Fällen können Sie eine Nahrungsumstellung probieren.
Können Sie Dreimonatskoliken vorbeugen?
Verhindern können Sie die Dreimonatskoliken nicht. Berücksichtigen Sie jedoch von Anfang an einige Tipps zum richtigen Füttern und Umgang mit Ihrem Baby. Führen Sie schon bald nach der Geburt einen geregelten Tagesablauf ein. Die Kinder brauchen die gleichbleibende Routine, sie gibt ihnen Halt und Ruhe. _________________
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Verfasst am: 18.05.2008 Titel: Empfehlung: |
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