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CelinasMa Moderator


Anmeldungsdatum: 30.07.2006 Beiträge: 288
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Verfasst am: 01.08.2006, 10:27 Titel: Abschied vom Schnuller |
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Das Bedürfnis zu saugen ist angeboren
Im Alter von zwei bis drei Jahren sollten Kinder ihren geliebten Tröster allmählich abgeben, damit es nicht zu Zahnfehlstellungen kommt. Doch was tun, wenn Ihr Kind sich hartnäckig weigert? Mit unseren erprobten Praxistipps klappt es bestimmt!
Das Bedürfnis zu saugen ist angeboren. Sogar Ungeborene im Mutterleib nuckeln bereits hingebungsvoll am Daumen, wie man auf Ultraschallbildern erkennen kann. Prinzipiell ist gegen kiefergerecht geformte Beruhigungssauger (mit abgeflachtem Saugteil, keine Kirsch- bzw. Tropfenform) in den ersten beiden Lebensjahren wenig einzuwenden. Ein Schnuller ist in jedem Fall besser als Daumenlutschen. Der immer verfügbare Daumen lässt sich viel schwerer wieder abgewöhnen und so lutschen Kinder oft noch im Alter von fünf oder sechs Jahren am Daumen – mit schweren Schäden für das Gebiss.
Tipp: Probieren Sie in den ersten Lebenswochen Ihres Babys ruhig aus, ob es sich für einen Schnuller begeistern kann. Frühgeborene haben meist ein besonders hohes Saugbedürfnis!
Laut einer aktuellen amerikanischen Studie beeinträchtigt der Schnuller weder den Stillerfolg noch die Stilldauer. 45 Prozent der Schnullerkinder und 40 Prozent der Kinder ohne Schnuller tranken nach sechs Monaten noch an der Brust. Zudem gibt es inzwischen vier Studien, die erkennen lassen, dass der Schnuller einen gewissen Schutz vor dem Plötzlichen Säuglingstod bietet. Schnullerkinder haben danach ein nur halb so großes Risiko, am Plötzlichen Säuglingstod zu sterben, wie Kinder ohne Schnuller.
Dauerschnullern ist schlecht für die Zähne!
Auch wenn der Schnuller in den ersten beiden Lebensjahren unbedenklich für die Zahngesundheit ist, sollte Ihr Kind ihn spätestens bis zum dritten Geburtstag abgegeben haben. Bis zu diesem Zeitpunkt kann das Wachstum des kindlichen Kiefers eventuelle Schäden noch ausgleichen – danach oft nicht mehr!
Lutschen am Schnuller führt zu Zahnfehlstellungen (noch schlimmer sind allerdings die Schäden durch Daumenlutschen!): So treten bei langjährigen Schnullerkindern häufig nach vorne verschobene obere Schneide- und Eckzähne auf. Auch Verschiebungen der Backenzähne sind möglich. Es kommt eventuell zum "offenen Biss", bei dem das Kind sogar beim Kauen beeinträchtig ist, da es mangels Schluss der Schneidezähne nicht mehr richtig abbeißen kann.
Bei nach vorne verschobenen oberen Schneidezähnen kann der Mund nicht mehr regelrecht geschlossen werden. Somit atmet das Kind ständig durch den Mund. Durch die Mundatmung erhöht sich das Kariesrisiko, weil die Mundhöhle schneller austrocknet.
Achtung: Schnuller bitte nicht ablecken!Dadurch könnten Sie krankmachende Keime (Soorpilze, Kariesauslöser Streptococcus mutans sowie Magenkeim Helicobacter pylori) auf Ihr Kind übertragen. Der gefährlichste Zeitraum für die Übertragung von Kariesbakterien ist der 19. bis 31. Lebensmonat Ihres Kindes!
Die ständige Mundatmung bedingt zusätzlich häufiger Erkältungskrankheiten, da die eingeatmete Luft nicht wie bei der Nasenatmung angewärmt und angefeuchtet wird.
Mehrjähriges Schnullern führt nicht nur zu Zahnfehlstellungen, sondern auch zu einer falschen Lage und Funktion der Zunge, wodurch die Lautbildung und die Sprachentwicklung gestört werden. Vor allem Zischlaute wie S und Z können dann nicht richtig ausgesprochen werden.
Schnullerkinder haben häufiger Mittelohrentzündung. Kinder über sechs Monaten, die den Schnuller nur zum Einschlafen oder gar nicht brauchen, haben laut einer finnischen Studie um eine Drittel weniger Mittelohrentzündungen als Kinder, die auch tagsüber daran nuckeln.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Frühestens ab dem achten Lebensmonat macht es Sinn, Ihrem Kind den Schnuller abzugewöhnen. In dieser Zeit wird nämlich der Saugreflex durch den Kaureflex ersetzt und das bisherige Saugbedürfnis wird zur Angewohnheit, die Ihr Kind um so schwerer wieder los wird, je länger es am Schnuller nuckelt. Wenn Sie Ihrem Kind in diesem Alter als Schnullerersatz einen Beißring oder Spielzeug geben, das es in den Mund stecken kann, wird der Nuckel mit etwas Konsequenz schon bald nicht mehr vermisst.
Viele Kinder sind jedoch bereits älter, wenn der Abschied vom Schnuller naht: Spätestens im Alter von zwei bis drei Jahren sollte Ihr Kind seinen Zähnen zuliebe auf den geliebten Nuckel verzichten.
Daran erkennen Sie, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist:
Ihr Kind sollte den Schnuller aus eigenem Entschluss abgeben. Dann fällt ihm die erste schwere Zeit ohne den gewohnten Tröster wesentlich leichter. Andernfalls besteht die Gefahr, dass es nun statt dessen am Daumen lutscht, der ja noch viel schwerer abgewöhnt werden kann!
Wichtig ist, dass Ihr Kind beim Abgewöhnen des Schnullers keinen zusätzlichen Belastungen ausgesetzt ist. Es ist z. B. äußerst ungünstig, wenn gerade ein Geschwisterchen zur Welt gekommen ist, Ihr Kind eine wichtige Bezugsperson verliert (etwa Trennung der Eltern, Wechsel der Tagesmutter) oder wenn es gleichzeitig andere Entwicklungsschritte wie die Sauberkeitserziehung bewältigen muss.
Begrenzen Sie die Schnullerzeit
Nach dem ersten Geburtstag sollten Sie Ihr Kind daran gewöhnen, dass es den Schnuller nur noch zum Einschlafen bekommt oder in besonders belastenden Situationen (z. B. wenn es krank ist). Diese Haltung ist sogar schon im ersten Lebensjahr nützlich, denn Quengeln oder Schreien sind ja niemals Ausdruck eines "Schnullermangels", sondern drücken in erster Linie das Bedürfnis nach Zuwendung und Körperkontakt aus!
Geben Sie ihm den Schnuller so selten und so kurz wie möglich, denn das Saugbedürfnis ist oft schon nach wenigen Minuten befriedigt. Geben Sie ihm den Schnuller nur dann, wenn Sie sicher sind, dass es auch wirklich den Schnuller will.
Probieren Sie aus, ob Sie Ihrem Kind den Schnuller nach dem Einschlafen aus dem Mund nehmen können. Viele Kinder spucken den Schnuller auch von selbst nach ca. 20 Minuten Tiefschlaf aus.
Wacht es ohne Schnuller jedoch auf, sollten Sie ihm den Nuckel besser im Mund lassen. Muss es den geliebten Schnuller nämlich sogar nachts "verteidigen", wird es ihn nur um so widerwilliger hergeben und der Stellenwert des Nuckels steigt eher noch weiter.
Sprechen sollte Ihr Kind ohne Schnuller. Hat es beim Sprechen den Nuckel im Mund, sollten Sie Bitten geflissentlich überhören, da Sie es dann "leider nicht verstehen können".
Ein Schnuller reicht. Liegen in der Wohnung mehrere Schnuller griffbereit herum, wird Ihr Kind nur dazu verführt, den Schnuller öfter zu verwenden, als es vielleicht notwendig ist.
Elf Tipps, damit die Trennung vom Schnuller leichter fällt
Beobachten Sie genau, wann Ihr Kind den Schnuller braucht. Viele Kinder greifen aus Langeweile oder Gewohnheit zum Schnuller, ohne sich tatsächlich damit beruhigen zu müssen. Beschäftigen Sie Ihr Kind in diesen Fällen und sorgen Sie dafür, dass der Schnuller dabei hinderlich ist. Sehen Sie z. B. zusammen ein Buch an und sprechen Sie darüber. Mit Schnuller im Mund können Sie Ihr Kind jedoch leider, leider so schlecht verstehen...
Erklären Sie Ihrem Kind, warum es Zeit ist, den Schnuller abzugeben. Sagen Sie ihm beispielsweise, dass Sie es besser verstehen, wenn es ohne Schnuller spricht; dass es dann schöner lacht; dass es für den Schnuller doch eigentlich schon zu groß ist; dass seine Zähne ohne Schnuller schöner wachsen...
Verzichten Sie möglichst auf Zwang. Lassen Sie den Schnuller besser nicht von einem Tag auf den anderen ganz verschwinden, wenn Ihr Kind ihn bisher noch häufig benutzt hat. Verzichten Sie auf Strafen oder bittere Tinkturen, die ihm den Schnuller verleiden sollen.
Kaufen Sie keine Schnuller nach. Kaputte oder verloren gegangene Schnuller sollten Sie nicht ersetzen, wenn Ihr Kind mehrere in Gebrauch hat. Das signalisiert ihm, dass die Zeit für den Schnuller irgendwann vorbei sein wird. Schnuller der Größe 3 (ab 18 Monaten) sollten Sie am besten gar nicht verwenden, denn das erschwert die Abgewöhnung nur.
Ein Abschied in Raten fällt manchmal leichter. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass es den Schnuller nur noch zu bestimmten Zeiten oder an bestimmten Orten benutzen darf. Bei einem schwer "schnullerabhängigen" Kind könnten Sie den Schnuller zunächst nur noch im Haus, später nur noch im Kinderzimmer und zum Schluss nur noch im Bett zulassen.
Machen Sie den Schnuller unattraktiv. Sie können den Schnuller mit einer Nadel anstechen. Wenn die Luft raus ist, macht das Saugen daran keinen Spaß mehr. Wenn Sie bei einem Latexschnuller zusätzlich alle paar Tage einen Millimeter mit einer sauberen Schere abschneiden, hält er irgendwann nicht mehr und Ihr Kind wirft den "kaputten Schnuller" freiwillig weg. Allerdings funktionieren diese Methoden bei Kindern über zwei Jahren nicht mehr, da diese den Trick meist schon durchschauen.
Lassen Sie Ihr Kind den Schnuller verschenken. Dabei ist es unwesentlich, ob es den Schnuller nun einem Baby aus dem Verwandten- oder Freundeskreis schenkt oder aber für Vogelbabys an einer Schleife in der Nähe des Nestes aufhängt. Der psychologische Effekt dabei ist beachtlich, denn das Baby bzw. die Vogelbabys brauchen den Schnuller jetzt, aber das Kind ist schon so groß, dass es ihn nicht mehr braucht. Loben Sie Ihr Kind gebührend für seine Hilfsbereitschaft!
Phantasiegestalten oder Autoritäten nehmen den Schnuller entgegen. Oft hilft es, wenn Ihr Kind dem Nikolaus, dem Osterhasen oder dem Christkind den Schnuller mitgeben kann. Sehr bewährt hat sich die "Schnullerfee"
Tipp: Bitten Sie eine Arbeitskollegin oder Bekannte (die Ihr Kind jedoch noch nicht kennen darf!) als "Schnullerfee" verkleidet (z. B. mit Hexenhut, Zauberstab und langem Kleid) den Schnuller entgegenzunehmen und dafür ein Geschenk mitzubringen. Die "Schnullerfee" kann ihren Besuch ruhig auch mehrere Tage im voraus telefonisch ankündigen. Eine solche "Schnullerfee" hinterlässt in aller Regel einen bleibenden Eindruck!
Geschenke erhöhen das Durchhaltevermögen. Verlangt Ihr Kind seinen Schnuller zurück, hilft oft der Hinweis, dass der Schnuller doch gegen ein Geschenk eingetauscht wurde. Wollte es den Schnuller nun tatsächlich wiederhaben, müsste es dafür sein tolles Geschenk zurückgeben. Selbst wenn Sie nicht die Schnullerfee bemühen wollen, können Sie schnullerfeie Tage bzw. Nächte am nächsten Morgen mit einem kleinen Geschenk belohnen, etwa einem glitzernden Sticker oder einer anderen kleinen Überraschung.
Rituale erleichtern den Abschied. Sie können den Schnuller z. B. im Beisein der ganzen Familie im Garten oder im Urlaub am Strand vergraben. Ihr Kind darf seinen Nuckel selbst in das Loch hineinlegen. Oder machen Sie einen feierlichen Zug zur Mülltonne und lassen Sie Ihr Kind den Schnuller wegwerfen. Wenn Sie dann noch einige Worte dazu sprechen, wird es eine besonders beeindruckende "Schnullerabschiedsfeier", die ihren Zweck kaum jemals verfehlen wird!
Die richtigen Worte für eine Schnullerabschiedsfeier
Lassen Sie Ihr Kind jeden der folgenden Sätze einzeln nachsprechen:"Mein lieber Schnuller (oder Nucki oder wie der Schnuller von Ihrem Kind genannt wurde)! Es war eine schöne Zeit mit Dir. Du warst ein guter Freund für mich. Nie hast Du mich im Stich gelassen. Jetzt aber ist die Zeit gekommen, wo wir uns trennen müssen. Ich werde dich nicht vergessen. Leb’ wohl, lieber Schnuller." Mit diesen Worten wirft Ihr Kind seinen Schnuller in die Mülltonne oder in das zuvor gegrabene Loch.
Bieten Sie anderen Trost an. Bleiben Sie konsequent, wenn Ihr Kind seinen Schnuller abgegeben hat. Natürlich braucht Ihr Kind dann viel Zuwendung. Bieten Sie ihm als Tröster besser sein Lieblingskuscheltier oder eine Schmusedecke bzw. ein Schmusekissen an. Kuscheln Sie zusammen. Beim Einschlafen helfen z. B. Händchenhalten, Kinn oder Bäuchlein streicheln, mit leiser Stimme reden oder singen. Ihr Kind sollte sich keinesfalls in den Schlaf weinen müssen.
Anti-Nuckel-Hilfe und gleichzeitig Korrektur: die Mundvorhofplatte
Eine Mundvorhofplatte liegt, ähnlich wie ein Schnorchel beim Tauchen, lose zwischen der Zahnreihe und der Lippe. Sie wird von der Lippenmuskulatur gehalten und übt dadurch einen sanften Druck auf bereits vorstehende Zähne aus. So können nach vorne gekippten Frontzähne wieder in Normalstellung gebracht werden. Gleichzeitig ist die MVP ein gewisser "Ersatz" für den Daumen oder den Schnuller, da das Kind etwas im Mund hat, ohne jedoch dabei die Zähne weiter zu schädigen. So ist es möglich, einem Kind mit ausgeprägter "Schnuller-Abhängigkeit" das Nuckeln ohne Zwang sanft abzugewöhnen.Die MVP ist für Kinder ab drei Jahren geeignet und wird regelmäßig über Nacht sowie stundenweise auch tagsüber getragen. Eine MVP wird vom Zahnarzt oder Kieferorthopäden verordnet und ist nicht frei verkäuflich (Kosten 10,00 bis 15,00 EUR).
Quelle : urbia _________________
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Verfasst am: 18.05.2008 Titel: Empfehlung: |
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