~ 1+1=3 - Das Forum für Eltern und die, die es werden wollen ~ Foren-Übersicht
Portal FAQ  Profil  Einloggen, um private Nachrichten zu lesen  Benutzergruppen  Mitgliederliste  Suchen  Registrieren  Login
Nach der Geburt

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    ~ 1+1=3 - Das Forum für Eltern und die, die es werden wollen ~ Foren-Übersicht -> Geburtsberichte
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
CelinasMa
Moderator
Moderator


Anmeldungsdatum: 30.07.2006
Beiträge: 288

BeitragVerfasst am: 31.07.2006, 23:01    Titel: Nach der Geburt Antworten mit Zitat

Babyblues - Heultage im Wochenbett


Meist ist es der dritte Tag nach der Geburt: Unentwegt laufen der Mutter die Tränen über die Wangen, der Verbrauch an Taschentüchern ist enorm.

“Heultage” werden sie im Volksmund genannt, und was es mit diesem Stimmungstief wenige Tage nach der Entbindung auf sich hat, wollen wir uns in diesem Beitrag anschauen.



Es ist geschafft: Nass vom Fruchtwasser und noch etwas schrumpelig liegt ein Bündel Mensch auf dem Bauch der strahlenden Mutter, warme Handtücher bewahren den neuen Erdenbürger vor dem Auskühlen. Glücklich schauen sich die frischgebackenen Eltern an, können ihr Glück noch kaum fassen: Neun Monate hatten sie auf diesen Moment gewartet, nun endlich liegt ein gesundes Töchterchen in ihren Armen.
Ab und an tastet die Hebamme vorsichtig auf den Bauch der Mutter, doch die ist so mit ihrem Baby beschäftigt, dass sie es kaum wahrnimmt. Auf einmal hört sie die Stimme der Geburtshelferin: “Holen Sie doch bitte tief Luft und pressen Sie noch einmal kräftig mit!” “Ach ja”, denkt die Mutter, ”die Nachgeburt ist ja noch drin.” Sie presst ein letztes Mal, und schon gleitet der Mutterkuchen hinaus. Manche Eltern lassen sich die Eihäute der Fruchtblase noch zeigen, vielleicht auch die Nabelschnur erklären, danach scheint das Thema Mutterkuchen für die Frau erledigt, während die Hebamme das Organ vor seiner Entsorgung noch genau auf seine Vollständigkeit überprüft. Was die Mutter wohl nicht ahnt, ist, dass sich das Fehlen des Mutterkuchens in ihrem Körper aller Voraussicht nach einige Tage später noch einmal bemerkbar machen wird.
Der Mutterkuchen hat nämlich nicht nur die Aufgabe, das Kind mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen, sondern es ist auch ein hormonbildendes Organ. Es war dafür verantwortlich, das Schwangerschaftshormon zu bilden, und dies hat es reichlich getan. Doch mit dem Herauskommen der Nachgeburt fällt diese Hormonbildungsstätte plötzlich weg, ein paar Tage kreisen Restmengen des Hormons noch im Blut der Mutter, dann kommt es zu einem regelrechten Absturz: Die Mutter fällt in ein großes Hormonloch.
Wie von Phasen im weiblichen Zyklus bekannt können sich Hormonschwankungen aufs Gemüt auswirken, ein so heftiger Hormonumschwung nach der Geburt erst recht. Logisch also, dass die Mehrheit der Wöchnerinnen etwa am dritten Tag nach der Entbindung psychisch äußerst labil sind. Da braucht vom Partner nur ein “falsches Wort” zu kommen, was er gar nicht so gemeint hat, und schon bricht alles zusammen. An diesem Tag den Klinikbesuch einfach auszulassen wäre jedoch vollkommen verkehrt. Gerade jetzt braucht die Frau ihren Partner.
Doch es sind nicht nur die Hormone schuld, dass die Tränen an diesem Tag so reichlich fließen. Zu diesem Zeitpunkt kommen nämlich noch andere Faktoren hinzu:
So sehr sich die Mutter auch dieses Kind gewünscht haben mag, nach wenigen Tagen wird ihr deutlich bewusst, dass nichts mehr so sein wird wie früher. Alle 2-4 Stunden, nur mit Glück mal mit längeren Pausen, meldet sich das Menschenkind und fordert lauthals Nahrung und Pflege. Dies hält man in der ersten Begeisterungsphase über das Baby gut durch, doch meist nach drei Tagen macht sich chronischer Schlafmangel durch starke Übermüdung bemerkbar. Das Wissen, dass dieser Zustand die nächsten Wochen anhalten wird, trägt nicht gerade zur Entspannung der Situation bei. Während der Partner die Nacht vermutlich am Stück geschlafen hat, kann die Mutter von Glück reden, wenn sie ab und zu zwei bis drei Stunden ohne Unterbrechung ruhen kann. Doch selbst wenn das eigene Baby dann schläft, bedeutet dies nicht automatisch, dass die Mutter nun auch schlafen kann. Da kommt die Visite ins Zimmer, das Kind der Bettnachbarin schreit, das Essen wird verteilt und vor allem: Die Besucher reichen sich die Türklinke in die Hand. Lieb gemeint ist der Besuch bestimmt, doch den Wöchnerinnen tut er zumeist gar nicht gut. Denn so haben sie keine Chance, sich zwischendurch auszuruhen.
Bewusst wird vielen Müttern in diesen Stunden auch, was sich durch das Baby alles ändern wird: die Pause im Beruf, verbunden mit finanziellen Einbußen und die Abhängigkeit vom Partner als Alleinverdiener, die Veränderung in Partnerschaft und Freundeskreis, die Tage und Nächte, deren Rhythmus das Kind bestimmt, die fehlende Freiheit, jederzeit einfach tun zu können, wonach einem gerade ist ...
Dazu kommt an diesem verflixten dritten Tag der so genannte Milcheinschuss bei stillenden Müttern. Nun sind die Brüste so geschwollen, dass schon leichte Berührung weh tut. Das Anlegen hat sich natürlich auch noch nicht eingespielt, und abgesehen von den Schmerzen durch den Milcheinschuss macht sich nun Panik breit, dass das Stillen vielleicht nicht klappen könnte. Auch ein Grund, warum Frauen insbesondere in dieser Phase viel, viel Ruhe brauchen. Hier kann der Partner versuchen, den Besucherstrom zu bremsen, besser noch ihn umzuleiten auf wenige Wochen nach der Geburt, wenn sich bei Mutter und Kind alles weitestgehend eingependelt hat.
Wer ohnehin empfindlich ist - und an diesem Tag sind es nahezu alle Frauen - der empfindet natürlich alle Probleme stärker. Daher tut auch die Naht nach einem Dammschnitt oder -riss nun besonders weh, eine Kaiserschnittnarbe erst recht.
Zu allem Übel ist dieser Tag auch beim Kind wie verhext: Ausgerechnet jetzt bekommen viele Babys die Neugeborenengelbsucht, einige mehr, andere weniger stark ausgeprägt. Dass ihr Kind nun schlapper ist und schlechter trinkt, dass es vielleicht sogar eine spezielle Therapie braucht oder möglicherweise auch noch in die Kinderklinik verlegt werden muss, diese Tatsache können die wenigsten Mütter in dieser schwierigen Phase wegstecken. Denn nichts ist für Mütter schlimmer als zu wissen, dass es dem Baby nicht so gut geht. Da nützt es wenig, ihnen zu erklären, dass es sich nicht um eine Krankheit handelt, sondern - im gewissen Rahmen - zum Anpassungsvorgang an das Leben außerhalb des Mutterleibes gehört.
Auch Blähungen, unter denen einige Babys leiden, können Mütter zur Verzweiflung bringen. Wenn trotz liebevoller Zuwendung das Gebrüll nicht aufhört, fühlen sich die Frauen auch noch als Versagerinnen, sozusagen der Mutterrolle nicht gewachsen.
Typisch für diese Heultage sind auch Selbstvorwürfe der Mutter, etwa weil sie glaubt, unter der Geburt versagt zu haben, weil sie eine Rückenspritze brauchte, weil ein Kaiserschnitt gemacht wurde oder weil das Baby per Saugglocke oder Zange geholt werden musste. Dabei hat jede Frau Großes geleistet: Sie hat ein Kind zur Welt gebracht, der Weg dazu sollte eigentlich sekundär sein. Doch stolze Berichte von Frauen, die ihr Kind auf ganz natürliche Weise geboren haben, können die Mütter mit einer schwierigeren Geburt nun am wenigsten ab.
Wir sehen, wenige Tage nach einer Entbindung stürmt viel auf die Mutter ein. Was sie jetzt am dringendsten braucht ist liebevolle Zuwendung durch den Partner, einfühlsame, fachkompetente Betreuung durch das Pflegepersonal und Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe.
Mit einer Wochenbettdepression, einer ernsten, behandlungsbedürftigen Erkrankung, haben diese Heultage nichts zu tun, denn sie sind völlig normal, jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich intensiv ausgeprägt. Wenn das psychische Tief jedoch länger anhält, extreme Versagensängste oder gar Selbstmordgedanken hinzukommen, sollte umgehend ein/e Arzt/Ärztin konsultiert werden. Diese Wöchnerinnen brauchen dringend Hilfe.



Quelle: rund ums baby (gespräch hebamme)


Zuletzt bearbeitet von CelinasMa am 31.07.2006, 23:02, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
 






Verfasst am: 18.05.2008    Titel: Empfehlung:

Nach oben
CelinasMa
Moderator
Moderator


Anmeldungsdatum: 30.07.2006
Beiträge: 288

BeitragVerfasst am: 31.07.2006, 23:01    Titel: Antworten mit Zitat

Die Wochenbettpflege - so können Hebammen helfen

Viele Schwangere kümmern sich rechtzeitig vor der Geburt um eine Nachsorgehebamme - meist mit dem Gedanken, dass diese Fachfrau mit Rat und Tat zur Verfügung steht, falls Fragen oder Probleme rund ums Baby auftreten. Wenigen Frauen ist jedoch bewusst, dass die Hebamme nicht nur für den kleinen Erdenbürger da ist, sondern ebenso fachkompetent das Wochenbett der Mutter begleitet.


Mit der Geburt ist nämlich noch nicht alles vorbei, denn gerade in den ersten Tagen nach der Niederkunft laufen enorme Veränderungen im mütterlichen Körper ab. Es ist wichtig, diese Prozesse im Blick zu haben, um bei beginnenden Abweichungen vom Normalverlauf direkt gegensteuern zu können, damit es möglichst gar nicht erst zu Komplikationen (zum Beispiel Kindbettfieber) kommt. Die Aufgabe der Hebamme besteht hier schwerpunktmäßig in beratender und prophylaktischer Tätigkeit.

Schauen wir uns doch die einzelnen Bereiche einmal näher an:

Die Gebärmutter
Vor der Schwangerschaft war sie noch nicht einmal so groß wie eine Birne, kurz vor der Entbindung reichte sie dagegen fast bis zum Rippenbogen und unmittelbar nach der Geburt hat sie die Größe einer Kokosnuss. Ist das Baby geboren, zieht sich die Gebärmutter (der Uterus) wenige Minuten später noch einmal stark zusammen. Dadurch löst sich der Mutterkuchen von der Innenwand der Gebärmutter und wird dann von der Mutter herausgepresst. Mit diesem Zeitpunkt beginnt das Wochenbett, das sechs bis acht Wochen dauert. Etwa in Nabelhöhe ist die Gebärmutter nun von außen zu tasten, und die Hebamme wird bei den Wochenbettbesuchen kontrollieren, ob sich dieses Organ ordnungsgemäß zurückbildet. Es sollte von Tag zu Tag kleiner werden und nach etwa zehn Tagen hinter dem Schambein verschwunden, also von außen nicht mehr tastbar sein. Die Konsistenz des Uterus wird ebenfalls überwacht. Ist sie zu weich, kann das beispielsweise ein Hinweis darauf sein, dass sich innen der Wochenfluss staut.

Der Wochenfluss
Was ist das eigentlich? Manche Frauen wundern sich, dass sie nach der Geburt bluten, und zwar deutlich stärker als bei der Periode. Dies ist der Wochenfluss, der entsteht, weil in der Gebärmutter an der Stelle, wo der Mutterkuchen war, eine Wundfläche ist. Wie jede andere Wunde blutet auch diese. Glücklicherweise sorgt die Natur dafür, dass sich durch eine Dauerkontraktion und Nachwehen die Gebärmutter immer mehr zusammenzieht, so dass die Wunde ebenfalls kleiner wird. Dadurch wird auch die Blutung in den Folgetagen abnehmen. Während des Wundheilungsprozesses verändert sich die Zusammensetzung des Wochenflusses. Grob gesagt gilt: Etwa jeweils fünf Tage lang ist er zunächst blutig rot, danach bräunlich, später gelblich und abschließend nur ein minimaler weißlicher Ausfluss. Die Hebamme kann an Farbe, Menge und Geruch des Wochenflusses erkennen, ob die Wundheilung ordnungsgemäß abläuft.

Weitere Geburtswunden
Nicht nur innerhalb der Gebärmutter ist eine Wunde, manchmal kommt es während der Entbindung im Geburtskanal zu Verletzungen, die nun abheilen müssen. Das kann z.B. eine Schürfung sein oder ein Dammschnitt. Sind Verletzungen vorhanden, wird die Hebamme auch darauf ein wachsames Auge halten. Wichtig ist, dass die Frau grundlegende Hygieneregeln einhält, denn häufiges Bindenwechseln und regelmäßiges Abspülen des Intimbereiches mit Wasser nach jedem Toilettengang beugen einer Ansiedlung von Bakterien und damit Infektionen vor. Je nach Situation wird die Hebamme der Frau Sitzbäder mit heilungsfördernden Zusätzen empfehlen.

Muskeln
Nicht nur die Beckenbodenmuskulatur wurde durch Schwangerschaft und Geburt erheblich strapaziert, sondern auch die geraden Bauchmuskeln, die möglicherweise durch den immer dicker gewordenen Bauch auseinander gedriftet sind. Bei den Wochenbettbesuchen wird die Wöchnerin Anleitung für einige Gymnastikübungen erhalten, damit auch dieses Problem angegangen wird. Einige Wochen nach der Geburt sollte die Mutter unbedingt an einem Kursus in Rückbildungsgymnastik mitmachen.

Brust
Hier entstehen bei stillenden Frauen recht häufig Brust-Beschwerden. Natürlich wird die Hebamme primär versuchen, durch Aufklärung über richtige Stilltechnik Problemen vorzubeugen. Sind jedoch schon welche aufgetreten, wird sie notwendige Behandlungen durchführen.

Allgemeinzustand
Mit Temperatur- und Blutdruckkontrollen verschafft sich die Hebamme ein Bild über das Allgemeinbefinden der Mutter.

Beratungen
Beratungen zur Hygiene, zur Verhütung im Wochenbett, zur geeigneten Kleidung (z.B. Still-BH), zur Ernährung, zur Verdauung oder auch zum Mutterschutz bzw. Erziehungsurlaub runden die Tätigkeit der Hebamme im Wochenbett - was die Mutter betrifft - ab.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Hebammen überwachen den gesamten Wochenbettverlauf bei der Mutter, stehen beratend zur Seite und werden bei Abweichungen vom normalen Prozess frühzeitig gegensteuern. Dabei setzen sie häufig alternative Heilmethoden wie die Akupunktur, die Aromatherapie, die Homöopathie oder auch Heilkräutertees ein. Bei schweren Störungen im Wochenbett kooperieren sie mit der/dem Frauenärztin/arzt.


Quelle. rund ums baby (gespräch hebamme)
_________________


Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    ~ 1+1=3 - Das Forum für Eltern und die, die es werden wollen ~ Foren-Übersicht -> Geburtsberichte Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Impressum


Powered by phpBB © 2001 - 2005 phpBB Group
Theme Diddle v 2.0.20 par HEDONISM



Gratis Forum sichern!


Jetzt eigenes kostenloses Forum holen! | Aktuelle Beiträge auf forenstar.com