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Die ersten Tage mit dem Baby

 
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CelinasMa
Moderator
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Anmeldungsdatum: 30.07.2006
Beiträge: 288

BeitragVerfasst am: 31.07.2006, 23:52    Titel: Die ersten Tage mit dem Baby Antworten mit Zitat

So können Hebammen helfen

Freudestrahlend kommt ein Vater auf die Entbindungs- Station. Endlich ist es soweit, Frau und Baby dürfen nach Hause! Wenn die Geburtsanzeigen noch nicht verschickt sind, wird`s nun aber höchste Zeit ... ! Doch so sehr sich die Eltern auch auf das Familienleben freuen, ein kleines "Aber" schwingt fast immer mit.

Denn Unsicherheiten im Umgang mit einem Neugeborenen sind normal, schließlich muss man in diese Aufgabe erst hineinwachsen. Wie gut, dass die Nachsorgehebamme zunächst täglich vorbeikommt und mit Rat und Tat zur Seite steht. Sie kümmert sich dabei um Mutter und Kind. In diesem Artikel werde ich mich mit der Hebammenarbeit "rund ums Baby" befassen.

Die Hausbesuche der Hebamme werden von der Krankenkasse bezahlt, bis zum zehnten Lebenstag kommt sie täglich einmal, bei Besonderheiten wie schweren Stillstörungen sogar ein zweites Mal, vorbei. Acht weitere Besuche sind innerhalb von acht Wochen nach der Geburt des Kindes möglich. Darüber hinaus kann der Kinderarzt weitere Hebammenbesuche verschreiben, etwa bei Gedeihstörung des Säuglings. Beide Berufsgruppen arbeiten dann Hand in Hand.

Ein Tipp vorab: Kümmern Sie sich frühzeitig in der Schwangerschaft um eine Nachsorgehebamme. Und wenn Sie schließlich Ihr Baby geboren haben, legen Sie sich am besten Zettel und Stift parat. Denn dann können Sie sich Ihre Fragen gleich aufschreiben und vergessen nicht, sich diese von der Hebamme beantworten zu lassen. Schließlich wollen Mütter und Väter vieles wissen, insbesondere, ob mit dem Nachwuchs alles in Ordnung ist.

Hier sind wir bei einem wichtigen Punkt angelangt: Die Hebamme ist eine medizinische Fachkraft, die den Gesundheitszustand des Neugeborenen beurteilen kann. Geht es über Alltagsprobleme (z.B. wunder Po, Neugeborenenakne) hinaus, wird sie den Kinderarzt hinzuziehen. Außerdem wird sie am fünften Lebenstag beim Säugling Blut aus der Ferse abnehmen für einen sehr bedeutungsvollen Test auf angeborene Stoffwechselkrankheiten. Auch wenn dieser Piekser weder beim Baby, noch bei den Eltern, noch bei der Hebamme beliebt ist, er muss sein. Nur hiermit kann man frühzeitig zunächst "unsichtbare" Krankheiten feststellen, die jetzt therapierbar sind. Unerkannt führen sie jedoch zu schweren, nicht mehr rückgängig zu machenden Störungen.

Überhaupt wird die Hebamme ein wachsames Auge auf das Neugeborene halten. Bei meinem ersten Hausbesuch mache ich zunächst stets eine gründliche Untersuchung des Babys, schaue es mir ganz genau an. Mit diesem Check möchte ich mich vergewissern, dass keine angeborenen Fehlbildungen (z.B. Gaumenspalte) oder Geburtsverletzungen übersehen wurden.

Außerdem beurteile ich täglich seinen Allgemeinzustand, ähnlich dem "Apgartest", der nach der Geburt durchgeführt wird. Ist das Kind fit? Wie sind Atmung und Herzschlag, Hautfarbe, Reflexe und die Muskelspannung? Auch sein Trinkverhalten, seine Ausscheidungen und die Körpertemperatur geben Aufschluss über sein Wohlbefinden.

Um Gewichtskontrollen in regelmäßigen Abständen kommt das Kind ebenfalls nicht herum. Dazu haben Hebammen handliche Hängewaagen, in die das Baby wie in eine Hängematte hineingelegt wird. Mit einem "Ikterometer", einer speziellen Mess-Skala, die dem Neugeborenen auf die Nase gehalten wird, kann die Hebamme den "Gelbwert" ermitteln und gegebenenfalls eine Blutuntersuchung durchführen. Somit kann sie Kinder mit Neugeborenengelbsucht herausfischen und eine Therapie veranlassen. Manchmal müssen auch Blutzuckerwerte bestimmt werden.

Neben diesen medizinischen Aufgaben kümmert sich die Nachsorgehebamme auch um die Anleitung der Eltern bei der Babypflege. So wird sie diese beispielsweise beim Baden des Kindes unterstützen, verschiedene Wickelmethoden vorstellen oder mit ihnen das "Babyhandling" üben (Beispiel: Wie hebt man ein Baby hoch?). Die Pflege des Nabels ist hier ein besonderes Thema, denn den meisten Müttern ist der eintrocknende Nabelschnurrest etwas suspekt. Ob und wann die Nabelklemme mit einer speziellen Zange geöffnet wird entscheidet sie ebenso wie die Versorgung des Nabels, zum Beispiel durch Einsatz eines Wundheilungspuders oder Verbinden.

Ein Schwerpunktthema ist fast immer die Ernährung des Kindes, denn egal, ob gestillt oder mit der Flasche gefüttert wird, Fragen hierzu gibt es reichlich. Außerdem berät die Hebamme auch zu Alltagsfragen wie der Kleidung des Kindes, der Raumtemperatur, dem Umgang mit dem Tragetuch, Maßnahmen bei Blähungen, Einbeziehung älterer Geschwisterkinder oder zu hygienischen Aspekten (z.B. wenn Haustiere vorhanden sind).

Kurz gesagt dienen Wochenbettbesuche dazu, Mutter und Kind in der ersten Zeit nach der Geburt zu begleiten - mit menschlicher Zuwendung ebenso wie mit Fachkompetenz.


Quelle: rund ums baby (Gespräch Hebamme)
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